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Gelsenkirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Stadtwappen der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen Lage der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen in Deutschland
Leitmotiv: Gelsenkirchen: Herz im Revier voll Kraft und Zauber
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Regionalverband Ruhr
Kreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 104,84 km²
Einwohner: 264.765 (31. Dezember 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 2.525 Einwohner je km²
Höhe: 25-95 m ü. NN
Postleitzahlen: 45801-45899
(alt: 4650 und 4660)
Vorwahl: 0209
Kfz-Kennzeichen: GE
Gemeindeschlüssel: 05 5 13 000
Stadtgliederung: 5 Stadtbezirke mit
18 Stadtteilen
UN/LOCODE: DE GEK
NUTS-Region:: DEA32 (Gelsenkirchen)
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadt Gelsenkirchen
45875 Gelsenkirchen
Offizielle Website: www.gelsenkirchen.de
Politik
Oberbürgermeister: Frank Baranowski (SPD)
Schulden: 353,6 Mio. € (31. Dezember 2003)
Bevölkerung (31. Dezember 2002)
Arbeitslosenquote: 15,6% (31. März 2008)
Ausländeranteil: 13,4 %
Altersstruktur:
0-18 Jahre: 18,11 %
18-65 Jahre: 61,22 %
ab 65 Jahre: 20,67 %

Gelsenkirchen ist eine Stadt im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Die kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Münster ist in der Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen. Sie ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr. In Deutschland und darüber hinaus ist Gelsenkirchen vor allem als Heimat des Fußballklubs Schalke 04 bekannt.

Die Stadt in ihren heutigen Grenzen ist das Ergebnis mehrerer Gebietsreformen. Durch sie wurden umliegende Gemeinden und sogar größere Städte, darunter die ehemalige Großstadt (seit 1926) Buer (seit 1912 Stadtkreis Buer), nach Gelsenkirchen eingegliedert bzw. mit dieser Stadt zusammengelegt. Schon die erste größere Eingemeindung 1903 brachte die Einwohnerzahl Gelsenkirchens über die 100.000-Grenze und machte sie zur Großstadt. Heute liegt Gelsenkirchen mit seinen rund 270.000 Einwohnern auf Platz elf der 30 Großstädte des Bundeslandes. Früher hatte Gelsenkirchen auf Grund der vielen Fackeln, über die die Kokereien das Grubengas abfackelten, den Beinamen „Stadt der 1000 Feuer“.

Geographie Bearbeiten

Gelsenkirchen liegt an den beiden flachen Hängen der breiten Emschermulde mit dem Rhein-Herne-Kanal im Südwesten Westfalens. Die Kernstadt liegt südlich des Flusses bzw. Kanals, während die Stadtteile Horst und Buer nördlich der Gewässer liegen. Ein Großteil des Stadtgebietes liegt infolge von Bergsenkungen unterhalb des Hauptvorfluters Emscher und muss deshalb ständig von der Emschergenossenschaft mit Entwässerungspumpen vor Überflutung geschützt werden. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 17 km und in West-Ost-Richtung 11 km. Die Stadtgrenze misst insgesamt eine Länge von 68 km. In Gelsenkirchen sind etwa 10 % des Stadtgebiets Park- und Freizeitflächen und 25 % Wälder und landwirtschaftliche Flächen. Gelsenkirchen gehört damit zu den Städten mit einem überdurchschnittlichen Grünflächenanteil.

Nachbargemeinden Bearbeiten

Karte Gelsenkirchen Stadtbezirke.png

Karte von Gelsenkirchen (mit Stadtteilen)

Folgende Städte grenzen an die Stadt Gelsenkirchen; sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:

Die kreisfreien Städte Herne, Bochum, Essen, sowie die zum Kreis Recklinghausen gehörenden Städte Gladbeck, Dorsten, Marl und Herten.

Stadtgliederung Bearbeiten

Siehe Artikel Stadtteile

Das Stadtgebiet Gelsenkirchens besteht aus 5 Stadtbezirken mit je einer Bezirksvertretung, die sich in Stadtteile unterteilen. Die Stadtbezirke mit zugehörigen Stadtteilen:

Die Grenzen zwischen den Stadtbezirken bilden, mit Ausnahme der Grenze des Bezirkes Nord, verschiedene Elemente der Verkehrsinfrastruktur der Stadt. So trennt die Eisenbahnstrecke Herne-Oberhausen die Bezirke Mitte und Süd, der Rhein-Herne-Kanal Mitte und West bzw. Ost und die Kurt-Schumacher-Straße Ost und West.


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Stadtpanorama Gelsenkirchen: Die Altstadt vom Hamburg-Mannheimer-Gebäude aus.
Stadtpanorama Gelsenkirchen: Die Altstadt vom Hamburg-Mannheimer-Gebäude aus.


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Stadtpanorama Gelsenkirchen: Von der Arena bis nach Ückendorf
Stadtpanorama Gelsenkirchen: Von der Arena bis nach Ückendorf

Geschichte Bearbeiten

siehe Hauptartikel Stadtgeschichte

Politik Bearbeiten

Gelsenkirchen aug2004 001.jpg

Blick auf Gelsenkirchen

Gelsenkirchen aug2004 002.jpg

Blick auf Gelsenkirchen

Bahnhofscenter Gelsenkirchen abend.jpg

Bahnhofscenter Gelsenkirchen

An der Spitze des Dorfes Gelsenkirchen standen 1608 zwei Bürgermeister, die von den Eingesessenen gewählt wurden. Während der Zeit der französischen Besetzung 1807 bis 1813 bildete Gelsenkirchen mit dem benachbarten Wattenscheid eine gemeinsame Munizipalität bzw. ab 1815 das Amt Wattenscheid im Kreis Bochum. Der dortige Amtmann war daher auch für Gelsenkirchen zuständig. 1868 wurde Gelsenkirchen eigene Amtsstadt und 1875 erhielt das Amt die Stadtrechte. An der Spitze stand danach der Bürgermeister, der nach Erlangung der Kreisfreiheit 1896 den Titel Oberbürgermeister erhielt.

Buer und Horst wurden bis 1891 unter dem gemeinsamen Amt Buer verwaltet, dann gab es ein eigenständiges Amt Horst. Jedes Amt wurde von einem Amtmann geleitet. Nach Erlangung der Stadtrechte in Buer 1911 stand an der Spitze Buers ebenfalls ein Bürgermeister, später Oberbürgermeister. Die Stadt Buer bzw. die neue Stadt Gelsenkirchen (ab 1928) wurde von einem Oberbürgermeister geleitet.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1996 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.

Bürgermeister, Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren Bearbeiten

? Hauptartikel: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Gelsenkirchen

Gemeinderat Bearbeiten

Gemeinderat Gelsenkirchen 2004.png

Sitzverteilung des Gemeinderates nach der Kommunalwahl 2004

Dem Rat der Stadt Gelsenkirchen gehören derzeit 66 Mitglieder an. Nach der Kommunalwahl 2004 ergibt sich folgende Sitzverteilung:

  • SPD: 28 Sitze
  • CDU: 23 Sitze
  • GRÜNE: 4 Sitze
  • REP: 3 Sitze
  • FDP: 2 Sitze
  • PDS: 2 Sitze
  • Wahlbündnis AUF Gelsenkirchen: 2 Sitze
  • Wir für GE: 1 Sitz
  • Pro Bürger Partei (PBP): 1 Sitz


Veränderungen in der Zusammensetzung des Rates der Stadt Gelsenkirchen nach dem Wahltermin (in chronologischer Reihenfolge):

- Nur wenige Wochen nach dem Wahlgang nahm die REP-Fraktion den Vertreter der Wählergemeinschaft "Wir für GE" in ihre Fraktion auf, ferner verständigten sich fast zeitgleich die Ratsgruppen der PDS und das Wahlbündnis AUF Gelsenkirchen auf eine politische Zusammenarbeit, um den Fraktionsstatus zu erlangen.

- Nachdem im Sommer 2005 Mitglieder der Pro Bürger Partei mehrheitlich beschlossen die Partei - und damit sämtliche Landes- und Kreisverbände - aufzulösen, gehört der für die PBP gewählte Ratsherr dem Rat als parteiloses Mitglied an.

- Im Spätsommer 2005 zerfiel die Fraktion der Republikaner, indem drei Ratsherren die Fraktion verließen und die Fraktion "Bündnis 05/ Wir für Gelsenkirchen" gründeten.

- Ende 2005 trat der letzte für die Republikaner gewählte Ratsherr wegen interner Streitigkeiten aus der Partei aus und gehört seitdem für Pro Gelsenkirchen (der lokale Kreisverband von Pro NRW) dem Rat an.

So ergibt sich folgende aktuelle Sitzverteilung:


Der Rat der Stadt tagt in der Regel alle 6 Wochen. Hinzu kommen zahlreiche Ausschüsse.

Wappen Bearbeiten

Stadtwappen der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen

Blasonierung: Das Stadtwappen Gelsenkirchens ist geviert von Schwarz und Silber. Im rechten Obereck eine silberne Kirche und im linken Obereck eine bewurzelte grüne Linde. Im linken Untereck Schlägel und Eisen. Und im rechten Untereck ein roter Löwe vor 5 blauen Querbalken.

Die Kirche stammt aus dem alten Gelsenkirchener Stadtwappen, Schlägel und Eisen stehen für die große Bedeutung des Steinkohlenbau und der Eisenindustrie. Die Linde stammt aus dem Buerschen Stadtwappen, der rote Löwe aus dem Familienwappen der Herren von Horst. Das Wappen wurde der Stadt im Jahre 1928 verliehen.

Städtepartnerschaften Bearbeiten

Gelsenkirchen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

In den 1960er und 1970er Jahren unterhielt Gelsenkirchen eine Partnerschaft mit der senegalesischen Stadt Kaolack, die jedoch nicht fortgeführt wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur Bearbeiten

Karte Gelsenkirchen Strassen.png

Karte von Gelsenkirchen

Buerer strasse.jpg

Haltestelle Buerer Straße im Stadtteil Horst

Gelsenkirchen bus.jpg

Die Line 383 am Kreisverkehr am Nordsternpark

DB ReiseZentrum Gelsenkirchen.jpg

Das ReiseZentrum im Hauptbahnhof Gelsenkirchen

GE-Hbf Nachts.jpg

Der nächtliche Hauptbahnhof vom Bahnhofscenter aus gesehen

Gelsenkirchen war bis in die 1980er stark von der Montanindustrie geprägt. Weil dieser Wirtschaftszweig keine Zukunft mehr hatte und die Zechen in Gelsenkirchen eine nach der anderen schlossen, versuchte die Stadt, sich Ende 1990er vor allem als Zentrum für Solartechnologie zu profilieren.

Unternehmen Bearbeiten

  • Bergwerk Lippe liegt an der Grenze zu Westerholt zu 4/10 auf Gelsenkirchener Gebiet. Es hat 1700 Mitarbeiter und soll Anfang 2009 geschlossen werden.
  • BP Gelsenkirchen, BP Refining&Petrochemicals und BP Ruhröl raffinieren Kraftstoffe und erzeugen petrochemische Grundstoffe, wie zum Beispiel Ethylen. Der Betrieb wurde 2002 von der Veba-Oel durch bp übernommen. Er beschäftigt in den Stadtteilen Horst und Scholven (2008) 2000 Mitarbeiter. Sie sollen (2009) auf 1500 Mitarbeiter reduziert werden.
  • Bridon International hat 2007 das längste Stahlseil der Welt hergestellt. Es war vier km lang, 14 cm dick und 370 t schwer.[2]
  • Courtyard-by-Marriott International-Hotel an der Kurt-Schumacher-Str. mit (2008) 90 Mitarbeitern.
  • ELE (Emscher Lippe Energie GmbH), regionaler Energieversorger, 485 Mio Euro Umsatz (2006)
  • E.ON (Betreiber von Kraftwerken, u. a. Kraftwerk Scholven, Energieversorger)
  • Eon Anlageservice (EAS), an der Bergmannsglückstraße 41; hat insgesamt (2008) 650 Mitarbeiter, davon am Standort 400 und bei der Tochterfirma Greg Logix in Flensburg 220.
  • Eon Engineering, wird 2008 700 Arbeitsplätze haben (meist Ingenieure)
  • Gelsenwasser AG ist Deutschlands größter Wasserversorger und beschäftigt an der Willy-Brandt-Allee 1123 Mitarbeiter.
  • GGW (Gelsenkirchener Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH), das Wohnungsunternehmen der Stadt Gelsenkirchen
  • Glasid AG stellt Isolierglas her. Sie beschäftigt 240 Mitarbeiter am Doba-Gewerbepark.
  • Küppersbusch, Feldmark, fertigt Großküchen, hat (2008) 340 Mitarbeiter (die reduziert werden sollen.)
  • Loxx ist ein weltweites Speditionsunternehmen mit deutschlandweit (2007) 275, davon an der Emscherstr. 200 Mitarbeiter.
  • Masterflex Wurde 1987 gegründet und ist ein börsennotierter Spezialkunststoff-Hersteller für Schlauchsysteme und Brennstoffzellenentwicklung. Das EBIT stieg 2006 auf 14,2 Mio. Euro. Es hat vor Ort 656 und weltweit (2007) 872 Mitarbeiter.
  • Müller's Mühle, gehört zu VK Mühlen AG, hat 150 (2007) Mitarbeiter.
  • Nienhaus & Lotz Gmbh stellt Designer-Damenmode her. Am Standort Emscherstraße 20 werden (2009) 153 und weltweit 789 Mitarbeiter beschäftigt.
  • Pilkington, Glasherstellung
  • Das Polizeipräsidium an der Kurt-Schumacher-Str. beschäftigt 850 Mitarbeiter.
  • Rexam, Dosenhersteller; im Zusammenhang mit der Einführung des Dosenpfandes wurde die Mitarbeiterzahl auf 110 reduziert.
  • REL (Radio Emscher Lippe) hat seinem Sitz in Buer
  • Roller , Möbelhaus mit über 80 Discountermärkten. In der Zentrale an der Willy-Brandt-Allee arbeiten 160 Mitarbeiter.
  • SABIC (ein saudi-arabisches Unternehmen) stellt Polyolefine her. Das Werk wurde 1997 von DSM übernommen; von den 540 Arbeitsplätzen werden 2008 jedoch nur 365 übrig bleiben
  • Siemens IT-Dienstleistung und Beratung (vormals SBI Ruhr), IT-Dienstleister (ehemals RAG-Informatik)
  • Schalker Eisenhütte Maschinenbau GmbH, Kokereimaschinen und Schienenfahrzeuge
  • FC Schalke 04, der Verein bietet rund um die Arena 300 Stellen für festangestellte Mitarbeiter
  • die Solarworld, (Bonn), vormals Shell Solar Deutschland GmbH produziert in Rotthausen Solarzellen.
  • Stadtverwaltung hat 4.000 Mitarbeiter, davon 1.000 Beamte
  • St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH, gemeinnützig, ist das nach der Zahl der Arbeitsplätze zweitgrößte Dienstleistungsunternehmen in Gelsenkirchen – nächst der Stadtverwaltung – , hat fast 2000 Beschäftigte und betreibt unter anderem zwei Krankenhäuser, ein Alten- , Pflege- und Jugendheim, Kindergärten, aber auch Friedhöfe und Wohn- und Geschäftshäuser.
  • Straßen.NRW ist Teil der Landesverwaltung in NRW. Sie hat am Betriebssitz 475 Mitarbeiter.
  • Treuhandstelle GmbH, Immobilienverwaltung
  • TRW Automotive, Autozulieferer an der Freiligrathstr.,(2008) 735 Mitarbeiter
  • Vaillant, produziert mit ca. 260 Mitarbeitern Solaranlagen
  • Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat in der Innenstadt seine Hauptverwaltung mit etwa 160 Mitarbeitern.

Leistung Bearbeiten

Gelsenkirchens Bruttoinlandsprodukt betrug 2003 insgesamt 6,074 Milliarden Euro, welches bei etwa 270.000 Einwohnern ein Pro-Kopf-BIP von ca. 22.500 € ergibt und eine Erhöhung um 2,7 % zum Vorjahr darstellt. Am 31. März 2005 gab es in Gelsenkirchen 70.969 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, rund zwei Drittel davon im Dienstleistungssektor. Weiterhin gab es in Gelsenkirchen am 30. Juni 2005 rund 108.000 Erwerbstätige, zu denen rund 8900 Selbständige und 7000 Unternehmer gehören. Die Arbeitslosenquote betrug am 3. Januar 2007 17,7 %. Die Wirtschaft in Gelsenkirchen hatte im ersten Halbjahr 2005 einen Umsatz von knapp acht Milliarden Euro. Dieses stellt zum Vergleichszeitraum im Vorjahr eine Steigerung um 16,4 % dar. Der Umsatz des Exportes betrug im selben Zeitraum ca. 610 Millionen Euro und stellt zum Vergleichszeitraum im Vorjahr eine Steigerung um 19,4 % dar. Die Stadt Gelsenkirchen ist laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung, auf Grund ihrer Infrastruktur und Kommunalpolitik, nach Leipzig, Karlsruhe und Bremen, Deutschlands 4. unternehmensfreundlichste Stadt.

Die beiden größten Einkaufsmeilen in Gelsenkirchen sind die Bahnhofsstraße, die sich direkt an den Hauptbahnhof und dessen Vorplatz anschließt und sich bis zum Neumarkt erstreckt, und die Hochstraße im Stadtteil Buer, wobei die Bahnhofsstraße mit ca. 55.000 täglichen Passanten zu den bedeutendsten Einkaufsmeilen des mittleren Ruhrgebiets und darüber hinaus zu den 30 meistbesuchten Einkaufsstraßen Deutschlands zählt.

Wirtschaftliche Entwicklung Bearbeiten

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Gelsenkirchen vor allem landwirtschaftlich geprägt; das Dorf hatte nur wenige Hundert Einwohner.

Dann begann in Gelsenkirchen, wie auch in der übrigen Region, mit dem Abbau der Steinkohle im Ruhrgebiet der wirtschaftliche Umschwung von der Landwirtschaft zur Schwerindustrie. Die Entwicklung der Industrie verlangte nach Verkehrsverbindungen; sie gab den Anstoß zum Bau der Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft. Von der wachsenden Industrie angezogen kamen immer mehr Menschen, häufig aus Ostpreußen, das heute zu Polen und zu Russland gehört, in das Ruhrgebiet, um dort zu arbeiten. Bis um die Wende zum 20. Jahrhundert vervierfachte sich die Zahl der Einwohner Gelsenkirchens innerhalb weniger Jahre auf knapp 150.000.

Die Schwerindustrie entwickelte sich über die Jahre zu dem wichtigsten Wirtschaftszweig in Gelsenkirchen. Nachdem in den 1920ern viele Arbeitsplätze wegrationalisiert worden waren, gab es in Gelsenkirchen in den 1930ern wieder einen kräftigen wirtschaftlichen Aufschwung, der Gelsenkirchen zu Europas Steinkohlestandort Nummer 1 machte. Zu diesem Aufschwung trug die beginnende Kriegsproduktion bei. Auf Grund der hohen wirtschaftlichen Bedeutung Gelsenkirchens wurden im Zweiten Weltkrieg mehr als drei Viertel der Stadt zerstört.

Seit den 1960er Jahren verlor die Montanindustrie auch in Gelsenkirchen ihre einstige Bedeutung. Mit einigem Zögern und unter erheblichen strukturellen Problemen begab sich Gelsenkirchen auf neue Wege und versucht, sich als Standort für Zukunftstechnologien zu profilieren. Zum einen hat sich Gelsenkirchen als Solarstadt einen Namen gemacht (unter anderem wurden die Solarzellen für den neuen Berliner Hauptbahnhof in Gelsenkirchen produziert), zum anderem gibt es einen deutlich gewachsenen Dienstleistungssektor.

Verkehr Bearbeiten

Bundesarchiv Bild 102-00827, Gelsenkirchen, Postamt und Hauptbahnhof.jpg

Hauptpost (mitte) und Hauptbahnhof (rechts) um 1924

Gelsenkirchen liegt an den Bundesautobahnen A 2, A 40, A 42 und A 52 sowie an den Bundesstraßen B 224, B 226 und B 227. Die Stadt hat 1500 Straßen mit einer Gesamtlänge einschließlich Autobahnen von 763,93 km. Der Gelsenkirchener Hauptbahnhof liegt am Schnittpunkt der Bahnstrecken Oberhausen-Herne-Dortmund und Essen-Recklinghausen-Münster. Hier fahren auf 6 Gleisen jeweils Züge des Regional- und Fernverkehrs. Mit Wasserwegen ist die Stadt über den Rhein-Herne-Kanal verbunden, an dem ein Industrie- und Handelshafen liegt. Der Stadthafen ist mit einem Jahresumschlag von 2 Millionen Tonnen und einer Wasserfläche von rund 120 ha einer der größten und wichtigsten Kanalhäfen Deutschlands und ist zudem an das Schienennetz der DB Netz AG angebunden.

Den Nahverkehr in Gelsenkirchen bedienen Straßenbahnen und Busse der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG BOGESTRA, sowie im Norden Gelsenkirchens die Vestische Straßenbahnen GmbH (das Unternehmen heißt zwar Vestische Straßenbahnen GmbH, betreibt heute aber nur noch Omnibusse). Ferner verkehren in den Randgebieten der Stadt sowie auf einigen CE- und SB-Linien Busse und Straßenbahnen der STOAG, EVAG sowie des BVR. Alle Linien sind in das Tarifsystem des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr integriert. Es verkehren 3 Straßenbahnlinien (107, 301, 302), eine Stadtbahnlinie (U17, als oberirdische Stadtbahn verbindet sie den Stadtteil Horst mit der Essener Innenstadt und Universität) sowie ca. 50 Buslinien in Gelsenkirchen. Etwa neunzig Prozent der Gelsenkirchener U-Bahn-Tunnel sind, auf Grund ihrer speziellen Bauweise, senkungs- und erdbebensicher. Die Senkungssicherheit war der ausschließliche Grund für die neu entwickelte Bauweise, die Bergschäden, die vor allem durch nicht (ordentlich) verfüllte Schächte des Raubbergbaus entstehen, vorbeugen soll. Der Nachteil dieser Bauweise liegt jedoch in den Kosten, die etwa doppelt so hoch sind wie für einen Standardtunnel. Längere Zeiten war auch eine Linie U21 geplant die vom Bf Buer Nord über Buer Mitte, Erle, Bismarck, Schalke, Gelsenkirchen Hbf, Ückendorf nach Witten führen sollte. Diese Planung wurde allerdings verworfen. In der Landesplanung 1998 war die Verlängerung der Linie 302 bis zum Bf Buer Nord enthalten. Diese wurde bis heute (Februar 2009) noch nicht verwirklicht.

Medien Bearbeiten

Gelsenkirchen ist Sitz des 1987 gegründeten Verbands Lokaler Rundfunk in Nordrhein-Westfalen e. V. (VLR), der die Interessen der Veranstaltergemeinschaften im nordrhein-westfälischen Lokalfunk vertritt. In Buer ist auf der Hochstraße der Radiosender REL Radio Emscher-Lippe beheimatet.

Einzig verbliebene Tageszeitung ist die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ). Die „Buersche Zeitung“ erschien nach 125 Jahren letztmalig am 30. September 2006 als dicke Ausgabe. Sie wird jedoch als Beilage der „Hertener Allgemeinen“ weitergeführt. Am 1. April 2006 hatten die „Ruhr Nachrichten“ die Lokalausgabe für Gelsenkirchen eingestellt. Weiterhin wird wöchentlich mittwochs das Anzeigenblatt „Stadtspiegel Gelsenkirchen“ im Stadtgebiet verteilt. Daneben erscheinen die monatlichen bzw. unregelmäßigen lokalen Ausgaben der „Familienpost“ des „Beckhausener Kuriers“ und „Wochenblick“ für Gelsenkirchen.

Forschung Bearbeiten

Gelsenkirchen ist Standort vieler forschenden Einrichtungen, die sich mit den verschiedensten Fachbereichen beschäftigen. Der Wissenschaftspark Rheinelbe ist ein Forschungszentrum im Stadtteil Ückendorf. Es werden dort unter anderem Solartechnologien verschiedener Unternehmen erforscht; das Institut für Stadtgeschichte erforscht die Vergangenheit der Stadt und das Institut für Arbeit und Technik erforscht neue Methoden, Techniken und Technologien rund um die Arbeitswelt. Das ebenfalls im Stadtteil Ückendorf beheimatete IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur entwickelt innovative Technologien für die Kanalisationstechnik.

Einige weitere forschende Institutionen sind die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in NRW (u. a. Institut für Verwaltungswissenschaften), das Hygieneinstitut des Ruhrgebiets, die Fachhochschule Gelsenkirchen (u. a. Forschungsschwerpunkt Komponentenbasierte Softwareentwicklung (CombaSoft), Institut für Internet-Sicherheit, Institut zur Förderung von Innovation und Existenzgründung, Institut für biologische und chemische Informatik, Institut für demand logistics), das Labor und Servicecenter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme und das Pathologische und Gewebepathologische Institut.

Sonstiges Bearbeiten

Anlässlich der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ist die Verkehrsinfrastruktur in Gelsenkirchen zur Veltins-Arena hin ausgebaut worden. Seit Anfang 2005 wurde der Hauptbahnhof großzügig umgebaut und am 8. Juni 2006, also einen Tag vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, fertig gestellt. Das Deutsche-Bahn-Reisezentrum wurde deutlich näher zu den Bahnsteigen gelegt, das alte Reisezentrum abgerissen und dort ein neuer bahnhofsnaher Taxistand gebaut. Zudem erhielten U-Bahn-Abgang und Taxistand eine Überdachung mit einer Photovoltaikanlage. Weiterhin wurde zu jedem Bahnsteig ein Aufzug gebaut und es wurde ein Blindenleitsystem (weiße Bodenplatten mit Rillen) in den Bahnhof integriert, sodass der Bahnhof nun barrierefrei ist. Im U-Bahnhof wurden die Bahnsteige abgesenkt und die Stromversorgung der Linie 302 wurde zudem so ausgebaut, dass sie nun von zwei aneinander gekoppelten Fahrzeugen (Doppeltraktion) befahren werden kann. Die Straßenbahn-Haltestelle „VELTINS-Arena“ hat durch eine großzügige Überdachung den Charakter eines Bahnhofs erhalten.

Die Bauarbeiten im unmittelbaren Bahnhofsumfeld und an der Infrastruktur von und zur Arena werden durch ein Redesign der Gelsenkirchener Einkaufspassage – der Bahnhofsstraße – ergänzt. Weitere Großbauprojekte waren unter anderem die Komplettsanierung der Uferstraße (wichtige Ost-West-Verbindung parallel zum Rhein-Herne-Kanal), die neue Anschlussstelle der A 42 mit der Bezeichnung „Schalke“, sowie weitere Baumaßnahmen, wie Verlängerung von Abbiegespuren.

In Gelsenkirchen ist sowohl eine Geschäftsstelle, als auch ein Ortsverband der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk beheimatet. Die zwei Technischen Züge bestehen aus vier Bergungsgruppen und den Fachgruppen Infrastruktur, Räumen und Elektroversorgung. Die Unterkunft befindet sich im Katastrophenschutzzentrum der Stadt Gelsenkirchen, Adenauerallee 100.

Bildung Bearbeiten

In Gelsenkirchen gibt es 51 Grundschulen (36 Gemeinschaftsgrundschulen, zwölf katholische Grundschulen, drei evangelische Grundschulen), acht Hauptschulen, sechs Realschulen, sieben Gymnasien (vier altstadtnah, drei in Buer; das heutige Schalker Gymnasium ist mit seiner Gründung im Jahre 1876 das Älteste der Stadt) und vier Gesamtschulen, von denen die evangelische Gesamtschule Bismarck als einzige Gesamtschule in der Trägerschaft der Westfälischen Landeskirche und die Gesamtschule Berger Feld als eine der sieben ersten Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen besondere Erwähnung verdient. Zudem gibt es hier für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Förderbedarfen 14 Förderschulen (Förderschwerpunkte: Lernen, Geistige Entwicklung, Sprache, Emotionale und Soziale Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen und Motorische Entwicklung, sowie eine Schule für Kranke). Eine umfassende Aufstellung gibt es in der Liste Gelsenkirchener Schulen.

Die 1992 gegründete Fachhochschule Gelsenkirchen mit Abteilungen in Bocholt und Recklinghausen unterhält folgende Fachbereiche: Wirtschaft, Informatik, physikalische Technik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Journalismus & Public Relations und Versorgungs- und Entsorgungstechnik. Gelsenkirchen ist außerdem einer von sieben Standorten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW (Fachbereiche: Kommunaler Verwaltungsdienst, Polizeivollzugsdienst, Modellstudiengang Verwaltungsbetriebswirtschaftslehre).

In Sutum wird im FloristPark International an der Theodor-Otte-Straße auf einem früheren Bauernhof, der unter Denkmalschutz steht, die deutschlandweit einzige Fachschule des Fachverbandes Deutscher Floristen e. V. betrieben, wo regelmäßig Meisterkurse zum Beruf des Floristmeisters und Fortbildungsveranstaltungen für Floristen stattfinden.

In der Virchowstraße in GE-Ückendorf unterhalten christliche Krankenhäuser aus Gelsenkirchen und Umgebung für die Ausbildung in der Altenpflege, der Krankenpflege und der Kinderkrankenpflege das „Kirchliche Bildungszentrum für Gesundheitsberufe im Revier“.

Die Stadtverwaltung Gelsenkirchen betreibt eine Volkshochschule sowie eine Stadtbibliothek mit drei Zweigstellen in den Stadtteilen Horst, Buer und Erle mit mehr als 100.000 Büchern, Filmen und CDs. Sowie gibt es den fahrenden Bücherbus, der an Straßen überall im Stadtgebiet hält.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bearbeiten

Karte Gelsenkirchen Raster.png

Rasterkarte von Gelsenkirchen

Eisbaer ge.jpg

Zwei Eisbären in der ZOOM Erlebniswelt (Karte L/14)

Hans-Sachs-Haus Gelsenkirchen.jpg

Hans-Sachs-Haus von Alfred Fischer (Karte J/18)

Gelsenwasser.jpg

Hauptverwaltung der Gelsenwasser AG

Musiktheater im Revier.jpg

Musiktheater im Revier (MiR) (Karte J/18)

Gelsenkirchen Altstadt.jpg

Gelsenkirchener Altstadt (Karte K/19)

Gelsenkirchen Schloss Horst.jpg

Schloss Horst (Karte D/14)

Schloss Berge.jpg

Schloss Berge (Karte G/9)

Josef Franke Heilig-Kreuz-Kirche Gelsenkirchen.jpg

Heilig-Kreuz-Kirche von Josef Franke (Karte L/20)

Nordstern rosen.jpg

Rosen im Nordsternpark (Karte D/16)

Gelsenkirchen aug2004 003.jpg

Himmelsleiter auf der Halde Rheinelbe

Arena auf schalke gelsenkirchen germany.JPG

Innenansicht der Arena (Karte H/11)

Kanalbruecke.jpg

Brücke im Nordsternpark (Karte E/17)

Sportfest sg.jpg

Sportfest im Jahnstadion (Karte G/17)

Biathlon Schalke.jpg

Biathlon WTC 2005 in der Veltins-Arena (Karte H/11)

Besondere kulturelle Einrichtungen sind die ZOOM Erlebniswelt (ehemaliger Ruhr Zoo), der Wissenschaftspark Rheinelbe, das Sport-Paradies, die „Kaue“ (sozio-kulturelles Zentrum) und das Kulturzentrum „die Flora“. Auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Nordstern (BUGA 97) befindet sich die Modellbahndauerausstellung Der Deutschlandexpress, bis 2001 die größte digitale Dreileiter-Modellbahnanlage der Welt; heute sind nur das Miniatur-Wunderland in Hamburg und die LOXX MiniaturWelten in Berlin größer.

Weiterhin gibt es in Gelsenkirchen einige Siedlungen, Aussichts- und Ankerpunkte der Route der Industriekultur. Die Gelsenkirchener Aussichtspunkte der Route sind die Halde Rungenberg und Halde Rheinelbe. Ebenfalls in die Route wurden die Siedlungen Flöz Dickebank und Schüngelberg aufgenommen, und der Nordsternpark bietet Informationen über das ehemalige Zechengelände, sowie über die industrielle Vergangenheit der Region. Er wird deshalb als einer der Ankerpunkte der Route bezeichnet.

In der Kultur wurde wegen des Haushaltssicherungsgesetzes weitläufigst eingespart.

Theater Bearbeiten

In Gelsenkirchen gibt es mehrere Theater mit verschiedenen Schwerpunkten. Das Musiktheater im Revier, kurz MiR, beherbergt zwei Bühnen, das große und kleine Haus. Das Programm des MiR besteht vor allem aus Oper, Operette, Musical, Ballett, Schauspiel (Gastspiele) und Kinder- und Jugendtheater.

Die Neue Philharmonie Westfalen, die unter anderem im MiR spielt, entstand 1996 aus der Fusion der Orchester von Recklinghausen und Gelsenkirchen und spielt heute als eines von drei Landesorchestern in ganz Nordrhein-Westfalen. Des Weiteren hat auch das europaweit renommierte Ballet Schindowski von Bernd Schindowski seine feste Spielstätte im MiR.

Das im Nordsternpark gelegene Amphitheater Gelsenkirchen wurde 1997 zur Bundesgartenschau am Rhein-Herne-Kanal errichtet. Im Frühjahr und Sommer finden im Amphitheater unter anderem das Rock Hard Festival, verschiedene andere Musikevents und Freilichtkinoaufführungen statt.

Das Consol-Theater in Bismarck war einst das Lüftermaschinengebäude mit den Ventilationsmaschinen der Zeche Consolidation. Seit 2001 finden im Consol-Theater regelmäßig Aufführungen mit dem Programmschwerpunkt Kinder- und Jugendtheater statt.

Das Emscher-Lippe-Theater ist ein Ensemble junger Künstler der Emscher-Lippe-Region rund um Gelsenkirchen. Die Aufführungen finden in städtischen Schulen der Region statt.

Weiterhin finden in der Veltins-Arena verschiedene Musikevents mit internationalen Künstlern und Musicals in unregelmäßigen Abständen statt, bisher wurden zum Beispiel die Opern Aida, Carmen oder Turandot aufgeführt.

Museen Bearbeiten

Im Zentrum des Stadtteils Buer liegt an der Horster Straße 5-7 das Kunstmuseum Gelsenkirchen. Das Museum wurde 1984 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet. Die Sammlung des Museums umfasst etwa 1.300 Exponate der klassischen Moderne, des Konstruktivismus, der Kinetik und der zeitgenössischen Kunst, eine Graphiksammlung und die Sammlung von Anton Stankowski. Jährlich werden 6–8 Wechselausstellungen durchgeführt.

Das kleine Museum Der Treudank an der Vattmannstraße beherbergt Dokumente der ehemaligen Stadt Allenstein.

Daneben gibt es einige private Museen.

Das Motorradmuseum an der Wallstraße verfügt über 90 Oldtimer und wird von dem 1932 geborenen Karl Rebuschat geleitet. Die älteste Maschine ist eine „DKW-Blutblase“ von 1925. Angeschlossen ist ein Teilemarkt mit seltenen Stücken, der jeden 2. Sonntag im Monat geöffnet ist und Tausende von Motorradinteressenten anzieht.

Im Kleinen Museum in der Eschweiler Straße 11 wird die Geschichte des Bergbaus in Gelsenkirchen und die der Zeche Hugo gezeigt.

Das Schalke-Museum berichtet über die erfolgreiche Vereinsgeschichte in der Veltins-Arena.

Bibliotheken Bearbeiten

  • Gelsenkirchener Stadtbibliothek
  • Bibliothek der Fachhochschule Gelsenkirchen

Galerien Bearbeiten

  • Atelier Antenne, Kurt-Schumacher-Str. 100
  • Künstlersiedlung Halfmannshof. Sie besteht seit 1931 und beherbergte von allen sechs Kunstrichtungen immer nur einen Künstler. Die große Zeit war in den 1960/70er Jahren als Ferdinand Spindel ihr Sprecher war. Seit Spindel den Schaumstoff als Kunst-Gestaltungsmaterial entdeckte, galt die Stadt als Avantgarde-Zentrum und Düsseldorfer und Kölner Kunstexperten reisten nach Gelsenkirchen. Der Hof organisierte bedeutende Ausstellungen wie Zero, Konstruktive und Lichtkunst.
  • Jazz&ArtGalerie (Lutz Motzko)
  • Galerie Kabuth
  • Galerie Stein
  • Galerie Patricia Ferdinand-Ude (ausgezeichnet mit der Banane von Thomas Baumgärtel)
  • Die Werkstatt

Bauwerke Bearbeiten

Nach Angaben der unteren Denkmalbehörde gibt es in der Stadt 343 Baudenkmäler.

Hans-Sachs-Haus Bearbeiten

Hauptartikel Hans-Sachs-Haus

Ein charakteristisches Gebäude in der Gelsenkirchener Innenstadt ist das Hans-Sachs-Haus, ein 1927 von dem Essener Architekten Prof. Alfred Fischer erbautes Büro- und Geschäftshaus mit Konzertsaal. Besonderes Stilmerkmal sind seine abgerundeten Ecken sowie ein expressionistischer Turm. Stilistisch stellt das Haus ein Bindeglied zwischen Backsteinexpressionismus und der neu-sachlichen Architektur des Bauhauses dar. Das Hans-Sachs-Haus diente jahrzehntelang als Rathaus und beherbergte im Konzertsaal die größte weltliche Saal-Orgel Europas, einer Walcker-Orgel mit 92 Registern. In den Fluren des Hauses befand sich das mutmaßlich erste Farbleitsystem der Welt.

Das Vorhaben, das (laut Gutachten) teilweise baufällige Hans-Sachs-Haus denkmalgerecht zu sanieren, scheiterte an ungünstig abgeschlossenen Verträgen und der desolaten finanziellen Lage der Stadt Gelsenkirchen. Die ursprünglich für 2007 vorgesehene Wiedereröffnung wird es aufgrund der Kostenexplosion und des langen Baustopps nicht geben. Der Architektenwettbewerb ergab, dass die Fassade erhalten bleiben soll.

Musiktheater Bearbeiten

Das 1956–1959 von Werner Ruhnau, Harald Deilmann, Ortwin Rave und Max von Hausen erbaute Musiktheater im Revier ist eines der bedeutendsten Bauwerke der deutschen Nachkriegsarchitektur und bietet 1005 Besuchern Platz. Besonders bei Nacht strahlt das an der Florastraße gelegene MiR ein besonderes Flair aus. Im Foyer des MiR befinden sich große blaue Schwammreliefs des französischen Künstlers Yves Klein. Das angegliederte kleine Haus (für 347 Besucher) beherbergt eine frühe kinetische Arbeit von Jean Tinguely.

Backsteinexpressionismus Bearbeiten

Der Architekt Josef Franke prägte in den 1920er Jahren das Stadtbild Gelsenkirchens mit mehreren repräsentativen Bauten, die man dem Backstein-Expressionismus zurechnet. Hierzu gehören unter anderem das Ricarda-Huch-Gymnasium (früher „Lyzeum Aloysianum“), das Wohn- und Geschäftshaus „Ring-Eck“, das Straßenbahndepot an der Wanner Straße und die Heilig-Kreuz-Kirche (Bochumer Straße 115) in Ückendorf, eine kath. Parabelkirche von 1927 bis 1929. Über drei Portale wurde ein 41 m hoher Turm errichtet, der in der Mitte zwei Glockentürme verbindet. Ganz oben wurde eine Christusfigur aus Backsteinen gemauert. 1993 bekam die Kirche die Auszeichnung „Europa Nostra“ und steht seit den 1990er Jahren unter Denkmalschutz. Trotzdem soll sie geschlossen werden. Eine neue Nutzung wird gesucht.

Weitere Beispiele für den in Gelsenkirchen weit verbreiteten Backstein-Expressionismus sind das 1928 erbaute Finanzamt Süd, das 1920 erbaute Volkshaus Rotthausen und das Hans-Sachs-Haus (s.o.). Westlich des Finanzamts an der Zeppelinallee 15 hat der Bauherr Hohen-Hinnebusch in den 1930er Jahren ein Mehrfamilienhaus gebaut. Hierin hat er in die Fassade oben einen „Mann mit leeren Taschen“ aus Sandstein einbauen lassen. Die Figur weist noch heute unwidersprochen zum Finanzamt.

Sportarchitektur Bearbeiten

Das bekannteste und größte Bauwerk in Gelsenkirchen ist die 2001 erbaute Veltins-Arena (ehemalige „Arena AufSchalke“); es hat einen herausfahrbaren Rasen und ein schließbares Dach. Die Heimspielstätte des FC Schalke 04 bietet bei nationalen Fußballspielen 61.524 Gästen Platz, bei internationalen Spielen gibt es auf Grund des Stehplatzverbotes lediglich 53.574 Plätze in der Arena. Bei Konzerten hat die Arena sogar eine Kapazität von 78.437 Zuschauern. Das offizielle 5-Sterne Stadion der FIFA ist von vielen, selbst weit entfernten Punkten im Ruhrgebiet aus zu sehen.

In unmittelbarer Nachbarschaft der Veltins-Arena befindet sich ihr Vorgänger – das Parkstadion. Es wurde 1973 als Nachfolger der Glückauf-Kampfbahn eröffnet, die sich allerdings noch im Stadtteil Schalke befand, und war ein Jahr später ein Spielort der Fußball-Weltmeisterschaft 1974. Nach dem Abriss einiger Teile der Tribüne wurden dort zur FIFA WM 2006 ein Hotel sowie ein Reha-Zentrum gebaut.

Industriekulturelle Bauwerke und Baudenkmäler Bearbeiten

Gelsenkirchen gehörte vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zu den größten Städten mit einer überwiegend montanen Wirtschaft. Aus dieser Zeit sind viele Industrieanlagen der Montanwirtschaft erhalten geblieben. Einige der Anlagen wurden restauriert und zum großen Teil umfunktioniert.

Einige Paradebeispiele für die Umnutzung alter Zechenanlagen sind die Schachthalle der Zeche Nordstern, die heute nach umfassender Restaurierung unter Anderem die Hauptverwaltung der THS GmbH beheimatet, die Maschinenhalle des Schachtes Oberschuir der ehem. Zeche Consolidation im Stadtteil Feldmark ist regelmäßig Ort für Ausstellungen aller Art, die restaurierte Bergbausiedlung Schüngelberg in Buer an der Halde Rungenberg oder das Consol-Theater, das im Lüftermaschinengebäude der Zeche Consolidation beheimatet ist.

  • Doppel-Malakoffanlage der Zeche Holland 1/2
  • Fördergerüst der Zeche Consolidation in Bismarck, letzter Doppelbock in Fachwerkbauweise Westfalens
  • Fördergerüst, Förderturm und Kaue der Zeche Nordstern im Nordsternpark
  • Förderturm mit Maschinenhalle der Zeche Hugo in Buer
  • Ehemals preußische Zeche Bergmannsglück an der Bergmannsglückstr. nördlich von Buer
  • gepunkteter Gasdruckbehälter an der Üchtingstr./Emscher; gestaltet von Rolf Glasmeier
  • ehemaliges Bahnwärterhaus an der Horster Str. mit der Aufschrift "Hugo Bahn". Es steht seit 1880, ist ein Industrie-Baudenkmal und im besten Zustand.

Weitere Bauten Bearbeiten

Auf einem ausgedehnten Industriegelände in Ückendorf wurde von 1861 bis 1930 in der Zeche Rheinelbe Kohle gefördert, anschließend war das Gussstahlwerk noch bis 1984 in Betrieb. 1989 begannen hier die Planungen für den Wissenschaftspark Rheinelbe, der 1995 anlässlich der IBA Emscher Park errichtet wurde. Er wurde mit dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnet. Die 300 Meter lange Halle mit ihrer schräg gestellten Glasfassade steht im rechten Winkel zu den angeschlossenen Bürotrakten. In der Glashalle befindet sich eine Arbeit des Lichtkünstlers Dan Flavin; sie bietet Platz für wechselnde Ausstellungen. Der Bau trägt eine der größten Dach-Photovoltaikanlagen. Ähnlich futuristisch wie der Wissenschaftspark präsentiert sich das Institut für Kanalisationstechnik, das sich ebenfalls im Stadtteil Ückendorf befindet.

Die Wasserburg Haus Lüttinghof wurde 1308 auf Initiative der Kölner Erzbischöfe zum Schutze des Vests Recklinghausen errichtet. Der Name der Wasserburg ist auf die Familie Luttekenhove zurückzuführen, die sie als Lehen erhielt. Der kunstgeschichtliche Rang der Burg beruht auf ihrer mittelalterlichen Silhouette als Niederungsburg. Das von 1988 bis 1991 aufwendig restaurierte Haus Lüttinghof liegt in einem Naturschutzgebiet im Norden Gelsenkirchens, an der Lüttinghofallee 3.

Ein bedeutendes Renaissance-Schloss im nordwestdeutschen Raum ist das Schloss Horst. Bei Ausgrabungen 2005 am Schloss wurden Fundamente aus der Zeit um 1200 gefunden. Mindestens solange ist der Stadtteil Horst also besiedelt. Zwar wurde schon um 1282 ein erster Bau errichtet, aber der Schlossbau, der heute nach Restaurierung als Standesamt dient, wurde in der Frührenaissance von 1556 bis 1578 errichtet. Neben den restaurierten Teilen entstand auch eine große Glashalle, die den Innenhof des Schlosses überspannt.

Das Schloss Berge, früher auch Haus Berge genannt, steht im Stadtteil Buer auf der Südseite des Buerschen Berges. Erbaut wurde es als Wasserburg zum Schutze des heutigen Gelsenkirchener Stadtteils Erle, wurde aber in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts im späten Barockstil zum Schloss umgestaltet.

Die Hauptverwaltung der Gelsenwasser AG befindet sich direkt an der Kurt-Schumacher-Straße, der Hauptverkehrsachse Gelsenkirchens, in der Nähe der Veltins-Arena. Im Zuge der Erweiterung der Hauptverwaltung wurde um das neue Verwaltungsgebäude ein enormes Wasserbassin angelegt.

Das WEKA-Karrée in der Innenstadt wurde 1912 von den Düsseldorfer Architekten Walter Klose und Georg Schäfer als Kaufpalast des Warenhaus-Unternehmens Gebr. Alsberg AG erbaut. Heute beheimatet das WEKA-Karrée u. a. eine Niederlassung des VRR, das Blutspendezentrum Gelsenkirchen sowie verschiedene Einzelhandelsgeschäfte.

Das Kraftwerk Scholven ist mit einer installierten Leistung von 2300 Megawatt eines der leistungsstärksten Steinkohlekraftwerke Europas. Die 302 Meter hohen Schornsteine, welche zu den höchsten in Deutschland gehören, bilden zusammen mit den 7 Kühltürmen eine beeindruckende Industriekulisse. Von 1981 bis 2003 wurde in Hassel ein 160 Megawatt leistendes Heizkraftwerk, das Kraftwerk Westerholt betrieben. Dessen Schornstein war mit 337 Metern Höhe der vierthöchste Kamin in Europa und der höchste Deutschlands. Seit der Stilllegung 2003 befindet sich das Kraftwerk im Rückbau, der Schornstein wurde am 3. Dezember 2006 gesprengt.

An der Gildenstraße wird am 1. Februar 2007 eine neue Synagoge auf dem Standort der alten eröffnet, die 1938 in der Reichspogromnacht niedergebrannt wurde. Die Kosten von 5,2 Mio. Euro trugen zu je einem Drittel das Land NRW, die Stadt Gelsenkirchen und die jüdische Gemeinde.

An der Richard-Wagner-Straße erhebt sich die von 1891 bis 1897 erbaute katholische St. Maria Himmelfahrt Kirche. Die von A. Güldenpfennig erbaute Kirche ist eine der seltenen dreitürmigen Gotteshäuser im Bistum. Sie enthält eine qualitätsvolle, künstlerisch gestaltete Innenausstattung. Der Westturm ist reich gegliedert und bildet einen Gegenpol zu den zwei kleineren Osttürmen. Obwohl sie seit 1994 als kulturhistorisches Bauwerk unter Denkmalschutz steht, keine relevanten Bauschäden hat, droht ihr aus Sparmaßnahmen die Schließung.

Das Amphitheater am Rhein-Herne-Kanal im Nordsternpark wurde 1997 anlässlich der Bundesgartenschau erbaut. Die Bühne des Amphitheaters liegt in einer eigens für das Amphitheater ausgehobenen Einbuchtung im Rhein-Herne-Kanal. Es dient seit Ende des Bundesgartenschau 1997 immer wieder für Open-Air-Veranstaltungen, wie Konzerten, Open-Air-Kinovorstellungen und dem jährlich statt findendem Rock Hard Festival.

Die 1998 erbaute Markthalle im Stadtteil Buer beherbergt neben Marktständen auf 2000 Quadratmetern auch eine vielseitige Gastronomie. Die Markthalle wurde dem Stil alter Hallen und Passagen nachempfunden.

Weitere Bauwerke:

  • Amtshaus bzw. Rathaus Buer (erbaut 1911), besonders der Turm ? Buer.
  • Amtsgericht Buer (erbaut 1973), Goldbergstr.89, ein 1+6geschossiger Bau aus Stahl und Glas. Davor eine Edelstahlskulptur von Tollmann.
  • Amtsgericht Overwegstr., Gelsenkirchen, ein Backsteinbau
  • Bleckkirche (städtisch) in Bismarck (älteste Kirche der Stadt)
  • Rittergut Haus Leithe in Erle
  • Hallenbäder in Horst, Buer, Schalke und Erle (Sport Paradies)
  • Polizeiwache Buer (erbaut 1926)

Parks Bearbeiten

Gelsenkirchen hat neben kleineren Wäldern, wie dem Buerschen Stadtwald im Stadtteil Buer, auch einige Parks. Der in Gelsenkirchen Horst, nördlich vom Rhein-Herne-Kanal gelegene Nordsternpark und seine Fortsetzung, der Landschaftspark Heßler, der südlich des Kanals im Stadtteil Heßler liegt, war 1997 Ausstellungsgelände der Bundesgartenschau und ist nicht zuletzt wegen des großen Spielplatzes, des Deutschlandexpresses und des Klettergartens ein beliebtes Wochenend-Ausflugsziel. Im süd-westlich gelegenen Revierpark Nienhausen finden viele alljährliche Veranstaltungen wie das Sommerfest oder im Forum die Mineralienbörse statt. Ferner sind im Revierpark ein Minigolfplatz, ein Freibad, mehrere Spielplätze, das Aktivarium (Therme) sowie weitere Einrichtungen beheimatet.

Im Zentrum Gelsenkirchens liegt der etwa 22ha große Stadtgarten, der 1897 unter dem Namen Kaiser-Wilhelm-Park angelegt wurde. In diesem sind unter anderem ein großer Enten- und Schwanenteich sowie weitläufige Wiesen zu finden. Der mit ca. 6ha eher kleine Bulmker Park im Stadtteil Bulmke-Hüllen, der sich auch noch relativ nah am Stadtzentrum befindet, besticht durch seine Einfachheit. Dort ist nur ein See mit umherführendem Fußweg zu finden. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg galt er als der größte Schwarzmarkt des Ruhrgebietes.

Auf halbem Weg zwischen der Veltins-Arena und der Buerer Innenstadt befindet sich die Parkanlage Schloss Berge. Im Schlosspark, dessen zentraler Punkt ein großer See ist, findet jährlich ein großes Sommerfest statt, dieses hatte 2003 mehr als eine halbe Millionen Besucher.

Ferner sind noch Hoheward - Der Landschaftspark und der Skulpturenwald Rheinelbe zu nennen. Insgesamt ist etwa ein Drittel der Fläche von Gelsenkirchen (das sind ca. 35 km²) Grünfläche.

Sport Bearbeiten

Der bekannteste Sportverein aus Gelsenkirchen ist der FC Schalke 04 (voller Name seit 1928: FC Gelsenkirchen Schalke 04), dessen Spielstätte die Veltins-Arena (ehemalige Arena AufSchalke) ist, die auch durch viele Konzerte, Musicals, Opern und andere Events bekannt ist. Bis 1998 gab es den heute konkursen Eishockeyverein Gelsenkirchner EC Schalker Haie, der als Nachfolger gegründete Verein EHC Gelsenkirchen arbeitete bis Ende der Saison 2005/2006 mit dem im Gelsenkirchner Sport-Paradies spielenden Verein Revierlöwen Oberhausen zusammen und nahm unter dessen Namen am Spielbebtrieb teil. Seit Beginn der Saison 2006/2007 nimmt der EHC Gelsenkirchen wieder mit einer eigenen Mannschaft am Spielbetrieb teil.

In Gelsenkirchen gibt es auch mehrere Basketballvereine; einige von diesen sind City-Basket-Gelsenkirchen (CBG), Hassel, Bulmke-Hüllen und die Basketballabteilung von Schalke 04. Ferner sind in Gelsenkirchen auch drei Badminton-Vereine beheimatet.

In Gelsenkirchen gibt es in jedem Stadtteil mindestens eine städtische Sportanlage mit einem Asche- oder Rasenfußballplatz und einer Laufbahn. Zu jedem dieser Sportplätze gehört meistens auch ein Fußballverein. Einige sind der STV Horst-Emscher (Emscherhusaren), der SC Hassel 1919, der SSV Buer, der SuS Beckhausen 05, SpVgg Erle 1919, der RWW Bismarck 1925 e. V. und der ETuS Gelsenkirchen 34. Insgesamt hat Gelsenkirchen ca. 70 Fußballvereine mit etwa 10.000 Mitgliedern.

Ferner hat Gelsenkirchen eine Trabrennbahn im Stadtteil Feldmark in direkter Nähe des Revierpark Nienhausen (Gelsentrab Park). Hier finden jeden Donnerstag Trabrennen statt (Beginn: 18.30 Uhr). In Gelsenkirchen gab es eine Galopprennbahn im Stadtteil Horst, die aber schon vor einigen Jahren geschlossen wurde. Inmitten der ehemaligen Galopprennbahn befindet sich eine 9-Loch Golfanlage. Außerdem existiert eine Windhundrennbahn in Gelsenkirchen.

Des Weiteren gibt es Freibäder in Heßler (Jahnstadion), das „Sportparadies“ in Erle, in welchem man im Winter nur dessen drei Hallenschwimmbecken nutzen kann, und im Revierpark Nienhausen (Feldmark). Neben diesen Freibädern gibt es auch Hallenbäder im Zentrum (Zentralbad), in Horst, in Erle („Sportparadies“; beinhaltet auch Kegelbahnen und Schießstände), sowie in Buer.

Der Verein TTC Horst Emscher war Ende der 1980er Jahre mit einer Damenmannschaft in der 2.Tischtennis-Bundesliga vertreten[3].

Ferner hat Gelsenkirchen 25 ansässige Schützenvereine. Der älteste, der Schützenverein Buer, wurde 1769 und der jüngste, die Bürgerschützengilde Sutum, wurde 2001 gegründet. Während 15 dieser 25 Vereine auch heute noch die alte Tradition der Schützen aufrechterhalten, widmen sich die anderen 10 Vereine ausschließlich dem Schiesssport. Bekanntester Schützenverein ist der Luftgewehr-Bundesligist BSV Buer-Bülse 1926 e. V..

Regelmäßige Veranstaltungen Bearbeiten

In Gelsenkirchen gibt es, vor allem im Frühling und Sommer, viele Veranstaltungen. Das Sommerfest Schloss Berge lockte durch sein Musikprogramm und nicht zuletzt durch das jährliche Feuerwerk 2003 mehr als 500.000 Besucher an. Auch das Sommerfest im Revierpark Nienhausen (Stadtteil Feldmark) hat jedes Jahr zehntausende Besucher, und bietet ein abwechslungsreiches Liveprogramm, Spielmöglichkeiten für Kinder, sowie ebenfalls ein Feuerwerk. Ferner sind noch das Schlossparkfest am Schloss Horst, das Buersche City Fest und Buer Live zu nennen.

Neben den Festen gibt es auch viele sportliche Veranstaltungen, wie den Karstadt-Ruhrmarathon, dessen „Come-together-Point“ (der Punkt, an dem die zwei Marathonstrecken zusammen kamen) 2005 in Gelsenkirchen lag. Auch die Ruhr-Olympiade, eine weitere regionale Sportveranstaltung im Ruhrgebiet, erfreut sich jedes Jahr großer Beliebtheit bei Teilnehmern und Zuschauern. Weitere Sportveranstaltungen sind der Emscher-Nacht-Triathlon im Nordsternpark, die Buersche Radnacht sowie der Biathlon in der Veltins-Arena, für den jährlich mehrere Dutzend Tonnen Schnee u. a. vom Alpincenter Bottrop herangefahren werden.

Überregional bekannt sind die Jazztage Gelsenkirchen. Als weitere musikalische Veranstaltungen sind die Buersche Musiknacht, die mehrmals im Jahr stattfindet und die Gespaña, ein jährlich stattfindendes spanisches Kulturfest, zu nennen. Im Jahr 2003 veranstaltete das Metal-Magazin „Rock Hard“ anlässlich seines 20. Jubiläums an Pfingsten ein Rockfestival im Amphitheater mit hochkarätigen Headlinern wie z. B. Blind Guardian. Aufgrund des großen Erfolges wurde das „Rock Hard Festival“ im nächsten Jahr wiederholt und ist seit dem zu einem überregionalen Ereignis in Sachen Hardrock und Metal geworden.

Nachtleben Bearbeiten

Die bestbesuchte Discothek der Stadt ist die „Alte Hütte“ im Stadtteil Resse. Die Discothek „Apfelbaum“ an der Willy-Brandt-Allee schloss im Juli 2008 und wurde im Oktober unter dem Namen „Mad-House“ wieder eröffnet. Die „Kaue“, die sich in Teilen der Gebäude der ehemaligen Zeche Wilhelmine Victoria in Heßler befindet, ist regelmäßig Gastgeber für Kabarett, Konzerte und andere Veranstaltungen. Des weiteren gibt es den in einem nachempfundenen Barock-Ambiente gestalteten Tanzclub „Venetian“ im Alten Schlachthof, sowie die ebenfalls bekannten, im Stadtteil Buer gelegenen Kneipen „Kronski“, „Zutz“ und „Fliegenpils“, die gelegentlich DJs für Discoabende engagieren, sowie im Stadtteil Buer das „Lokal ohne Namen“, das in Gelsenkirchen auch „Fuck“ (aufgrund eines nie entfernten Graffities an der Häuserfront) genannt wird. 2007 feierten 25.000 Tanzwillige die größte Ü-30-Party Deutschlands in der Veltinsarena.

Filmschauplatz Gelsenkirchen Bearbeiten

In Gelsenkirchen wurden mehrere Filme gedreht:

  • Kameradschaft, 1931
    Regie: Georg Wilhelm Pabst, Darsteller: Fritz Kampers, Alexander Granach, Ernst Busch u. a.
    Gedreht wurde Untertage in Gelsenkirchener Bergwerken.
  • Das Wunder des Malachias, 1961,
    Regie: Bernhard Wicki, Darsteller: Horst Bollmann, Günter Pfitzmann, Günter Strack, Loriot u. a.
    Gedreht wurde an der evangelischen Altstadtkirche und im Musiktheater im Revier.
  • Alice in den Städten, 1974
    Regie: Wim Wenders, Darsteller: Rüdiger Vogler, Yella Rottländer u. a.
    Die Szene am Haus der Großmutter wurde in Bismarck gedreht.
  • Das Ende der Beherrschung, 1976
    Regie: Gabi Kubach, Darsteller: Gila von Weitershausen, Manfred Zapatka, Pola Kinski u. a.
    Sowohl der alte Bahnhofsvorplatz und das Innere des alten HBF sind als Schauplatz einer längeren Szene zu sehen.
  • Johnny Flash, 1986
    Regie: Werner Nekes, Darsteller: Helge Schneider, Andreas Kunze, Heike Melba-Fendel u. a.
    Gedreht wurde auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen am Nienhausen-Busch (Gelsentrab-Park).
  • Kleine Haie, 1992
    Regie: Sönke Wortmann, Darsteller: Jürgen Vogel, Kai Wiesinger, Gedeon Burkhard, Armin Rohde, Meret Becker u. a.
  • 00 Schneider – Jagd auf Nihil Baxter, 1994
    Regie: Helge Schneider, Darsteller: Helge Schneider, Helmut Körschgen, Andreas Kunze u. a.
    Gedreht wurde an der Kesselstraße in Bulmke.
  • Fußball ist unser Leben, 2000
    Regie: Tomy Wigand, Darsteller: Uwe Ochsenknecht, Ralf Richter, Óscar O. Sánchez, Tana Schanzara u. a.
  • Solino, 2002
    Regie: Fatih Ak?n, Darsteller: Christian Tasche, Moritz Bleibtreu u. a.
    Dieser in Duisburg spielende Film wurde zu einem kleinen Teil in der Schauburg in Buer gedreht.
  • Zwei Wochen Argentinien, 2002
    Regie: Holger Haase, Darsteller: Michael Kessler, Uli Krohn, Soraya Gomaa, Annabelle Herrmann u. a.
    Gedreht wurde in der Erdbrüggenstraße am Gelände der Zeche Consol in Bismarck.
  • Drei Frauen, ein Plan und die ganz große Kohle, 2002
    Regie: Reinhard Schwabenitzky, Darsteller: Tina Ruland, Marco Rima, Elfi Eschke, Meral Perin u. a.
    Gedreht wurde auf der Berliner Brücke, in der Gewerkenstraße und in der alten Schüngelberg-Siedlung bei Zeche Hugo.
  • Flächenbrand, 1980
    Gedreht wurde vor allem in der Rudelgasse (Erle) und auf der De-la-Chevallerie-Straße in Bereich des Buerschen Rathauses.
  • Tatort, Folge Schußfahrt, 1980
    Darsteller: u. a. Willy Semmelrogge
    Gedreht wurde am 14. Mai 1980 auf der Feldhauser Straße/Abfahrt zur B 224 Richtung Essen.
  • Aus der Tiefe des Raumes (Untertitel: …mitten ins Netz! Groteske, 2004)
    Regie: Gil Mehmert, Darsteller: Christoph Maria Herbst, Eckhard Preuß, Sandra S. Leonhard, Arndt Schwering-Sohnrey, Mira Bartuschek u. a.
    Gedreht wurde u. a. auf der Bochumer Str. in Ückendorf, welche mit Oldtimern und alter Straßenbahn in eine Szene aus dem Jahre 1965 verwandelt wurde
  • Der Prinz von Wanne-Eickel (Lustiger Ruhrgebiets-Krimi, 2005/06)
    Regie: Alexander von Janitzky, Darsteller u. a.: Dr. Anil Desai, Tim Dickmann, Mario Scheller, Hendrik Michaelis, Sabrina Lange, Alois Bröder, Detlef Zwitzers, Volker Schaper, Harry Wijnvoord, Roberto Blanco, Jürgen Drews.
    Gedreht wurde u. a. an und in der Discothek Venetian, auf einer Gelsenkirchener Golfanlage und am Berger See.
  • Tour de Ruhr, 1980er Jahre, gedreht wurde unter anderem an der Hochkampstrasse/Ruhrzoo/Parallelstraße
  • Der Abgrund: Eine Stadt stürzt ein (Katastrophenfilm, 2008)
    Regie: Sebastian Vigg, Darsteller: Liane Forestieri, Marco Girnth, Michael Lott, Ercan Durmaz, Oliver Stritzel, Christian Grashof, Henning Baum
    Gedreht wurde u. a. am Verwaltungsgericht (Alte Post), welches im Film ein durch Tagebruch einsturzgefährdetes Krankenhaus darstellt; am Café extrablatt, in welchem Scheiben und Möbilar bei einem Beben zu bruch gehen (im Hintergrund Hamburg-Mannheimer gebäude und Bahnhofstr.); auf der Ringstr. (Feuerwehreinsatz zum extrablatt) etc.; alle Feuerwehrfahrzeuge sind von der Feuerwehr Gelsenkirchen, welche den Dreh in Gelsenkirchen begleitet hat. Am Ende des Filmes ist auf der Tür des Löschzuges deutlich das Stadtwappen und Das Logo der Stadt Gelsenkirchen zu erkennen.

Persönlichkeiten Bearbeiten

? Hauptartikel: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Gelsenkirchen

Sonstiges Bearbeiten

  • Bergbaubehörde
  • Stadtteilarchiv Rotthausen e. V., Mozartstraße 9, 45884 Gelsenkirchen
  • Tierheim in Erle; 2005 gab es in Gelsenkirchen 11.000 Hunde.

Siehe auch Bearbeiten

Gelsenkirchener Barock

Literatur Bearbeiten

  • Westfälisches Städtebuch. Bd III 2. Teilband aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser. Kohlhammer, Stuttgart 1954.
  • Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Hrsg. von Walther Hubatsch. Bd 8. Westfalen. Johann-Gottfried-Herder-Inst., Marburg an der Lahn 1980, ISBN 3-87969-123-1
  • Jürgen Boebers-Süeßmann: 125 Jahre StadtGEschichten(n) Gelsenkirchen. Buchhandlung Minerva, Gelsenkirchen 2001, ISBN 3-921052-82-3
  • Chronik Buer. Die Stadtgeschichte in 20 Folgen. (WAZ)
  • Heinz-Jürgen Priamus (Hrsg.): GELSENKIRCHEN wie es früher war. Wartberg, Gudensberg-Gleichen 1994, 1996, ISBN 3-86134-185-9
  • Rolf Cadenbach – Unsere Stadt Gelsenkirchen – Arbeitsbuch für den Sachunterricht der Grundschule- Aschendorff, Münster 1991 ISBN 3-402-02765-8

Quellen Bearbeiten

  1. archivierte Seite des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen
  2. Herstellerwebseite Bridon
  3. Zeitschrift Deutscher Tischtennis Sport, 1988/8 S.33

Weblinks Bearbeiten

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