FANDOM


Datei:Beethovenstr. 11.jpg
Datei:Dreihasenmotiv.jpg

St. Mariä Himmelfahrt war eine katholische Pfarrkirche in Rotthausen, Beethovenstraße 11. Die Kirche wurde am 7. Juni 2007 außer Dienst gestellt.

Geschichte Bearbeiten

Die Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt wurde nach Plänen des Paderborner Diözesanbaumei­sters Arnold Güldenpfennig in den Jahren 1893/1894 erbaut. Die örtliche Bauleitung hatte der Gelsenkirchener Architekt Lambert von Fisenne. Der Weihbischof in Paderborn, Augustinus Gockel, konsekrierte die Kirche am 12. Juni 1896, doch schon 1897/1898 wurde ein Erweiterungsbau notwendig. Auch hieraus wird die sprunghafte Zunahme der Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Einzug der Industrie sichtbar. In der Spitzenzeit zählte die Gemeinde 15 000 Mitglieder; außer dem Pfarrer waren vier Kapläne an St. Mariä Himmelfahrt tätig. Das Baugrundstück schenkte Wilhelm Bauer zu Rotthausen; den Bau selbst erstellte Bauunternehmer Anton Runte. Die Baukosten betrugen 108 000 Mark. 1897 erfolgte der Erweiterungsbau und der Bau des Glockenturms, in ihm hängen Glocken der Gießerei Junker (Brilon); Das Pfarrhaus wurde 1893 errichtet. Im Jahr 1945 wurde die Kirche teilweise zerstört. 1949 begann der Wiederaufbau unter der Leitung des Architekten Hermann Quacken aus Gel­senkirchen und wurden 1954 beendet.

Ausstattung Bearbeiten

Die Kirche zeigt sich als neugotische dreischiffige Basilika, geostet und mit mächtigem Westturm und zwei Hahnentürmen, die den Chorabschluss flankieren. Anstelle einer Spitze wird der Westturm durch eine Kupferhaube in Laternenform abge­schlossen. Der Grundriss bildet ein lateinisches Kreuz, und die Querschiffsenden treten nur geringfügig aus der Flucht des Langhauses heraus. Die Portalfiguren der Westseite sind Kaiser Heinrich II. und Johannes der Täufer an der Südseite, Elisabeth und Agnes nördlich. Weist schon das Steinbild des Kaisers, der von 1002 bis 1024 regierte, auf die alte Zugehörigkeit Gelsenkirchens zum Bistum Paderborn hin, so ist das „Dreihasenmotiv“ im Pflaster ebenfalls Zeichen für die Zuord­nung zum Erzbistum an der Pader. Letzteres spielt an auf das „Hasenfenster“ im Kreuzgang des Paderborner Doms, das jeder wandernde Handwerksbur­sche, der Meister werden wollte, gesehen haben mußte. Jeder Hase hat seine zwei Ohren, und doch sind es zusammen nur drei. Dieses geheimnisvolle Zei­chen soll im Mittelalter ein Symbol der Dreifaltigkeit gewesen sein. Die Innenge­staltung der Kirche St. Mariä Himmelfahrt heute geht wesentlich zurück auf den Ückendorfer Architekten Rotthoff. Im Chorab­schluss wird der Blick gefangen durch das prächtige Patroziniums-Mosaik, des­sen Bildprogramm in seiner betonten Zeichenhaftigkeit dem Betrachter eine we­sentliche Meditationshilfe bietet. An den Langhauswänden als „Umstehende“ die steinsichtig gefaßten Figuren; an der Nordseite Petrus, Barbara, Hildegard von Bingen. An der Südseite Paulus, ein Bischof und Christophorus. Am Ambo Evangelistenfiguren vom alten Taufbrunnen. Die besonders geglückte Lösung der neuen hölzernen Faltdecke verbindet Schönheit und Zweckmäßigkeit. Die Breil-Orgel wurde in den Jahren von 1950 bis 1953 erbaut und hat 45 Register. Die Fenster in der Kirche wurden durch Stiftungen ermöglicht. Im Sepulcrum des Hochaltars sind Reliquien der heiligen Martyrer Blandinus und Clementia beigesetzt.

Im Zuge der Neuordnung der Pfarreien im Bistum Essen wurde die Kirche an Fronleichnam am 7. Juni 2007 außer Dienst gestellt.

Die Kirche, sowie das Pfarrhaus und die ehemalige Kaplenei stehen seit dem 23. August 1993 auf der Denkmalliste.

Pfarrer Bearbeiten

  • Andreas Wietmann (1891 bis 1903)
  • Johannes Bitter (1903 bis 1921)
  • Ferdinand Wagner (1921 bis 1932)
  • Johannes Schieferecke (1932 bis 1952)
  • Wilhelm Köhler (1958 bis 1973)
  • Gerhard Lange (1973 bis ?)
  • Georg Spähs (? bis 2007)

Quelle Bearbeiten

Kirchen gaben der Stadt den Namen - Katholisches Stadtsekretariat Gelsenkirchen - 1986

Weblink Bearbeiten

GG-Icon Thematisch passender Thread im Forum
{{#set:Forumlink=http://www.gelsenkirchener-geschichten.de/viewtopic.php?t=843}}